Gibt es Flüche wirklich?Und kann ich verflucht sein?
Immer wieder melden sich Menschen bei mir, die glauben, verflucht zu sein. In den meisten Fällen ist diese Sorge unbegründet. Warum das so ist und was wirklich dahintersteckt.
Diese Frage bekomme ich häufiger, als du denkst
Es melden sich regelmäßig Menschen bei mir, die überzeugt sind, verflucht zu sein. Manche sagen es direkt am Telefon, andere erwähnen es nebenbei in einem Gespräch über ein ganz anderes Thema. Und fast immer gibt es dafür keinen richtigen Anhaltspunkt. Da ist nur ein Gefühl, eine Sorge und eine lange Liste von Dingen, die schiefgelaufen sind.
Ich möchte das hier einmal in Ruhe aufschreiben, weil ich merke, wie viel Angst dieses Thema bei Menschen auslöst. Und weil diese Angst oft völlig unnötig ist.
Also gleich vorweg: In den allermeisten Fällen ist die Annahme, verflucht zu sein, unberechtigt.
Was Menschen meinen, wenn sie sagen "ich bin verflucht"
Wenn ich nachfrage, kommt meistens etwas in dieser Richtung:
Es läuft seit Jahren nichts mehr richtig.
Eine Beziehung nach der anderen geht in die Brüche.
Beruflich geht es immer bis zu einem bestimmten Punkt und dann kippt es.
Es kommt Krankheit, Streit, Geldsorgen, alles gleichzeitig.
Jemand hat vor Jahren im Streit gesagt, dass er einen verwünscht oder verflucht.
Und dann der Satz, der fast immer fällt: Das kann doch kein Zufall mehr sein.
Ich verstehe das sehr gut. Wenn sich Pech häuft, sucht der Kopf nach einer Erklärung. Ein Fluch ist eine Erklärung. Sie ist unheimlich, aber sie ordnet das Chaos. Genau darin liegt ihre Anziehungskraft.
Erstens: Eine fremde Person kann dich nicht einfach so verfluchen
Das ist der wichtigste Punkt, und ich sage es so deutlich, wie ich kann. Niemand kann dich im Vorbeigehen verfluchen. Niemand kann dich auf unbestimmte Zeit ins Verderben schicken. Es gibt keinen Schalter, den ein Fremder umlegt und dein Leben ist ab sofort kaputt.
Es gibt Menschen, die so etwas behaupten. Aus Hass, aus Wut, weil sie dir Angst machen wollen, weil sie sich mächtig fühlen möchten oder weil sie selbst daran glauben. Das macht es aber nicht real. Eine böse Absicht ist eine böse Absicht. Sie ist unangenehm und verletzend, aber sie ist keine Macht über dein Leben.
Zweitens: Was wirklich wirkt, ist deine Angst davor
Und jetzt kommt der Teil, der mir am wichtigsten ist.
Du bist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verflucht. Aber wenn du glaubst, dass du es bist, dann ist es für dich genauso wahr, wie wenn du es wärst. Nicht weil ein Fluch wirkt, sondern weil dein Glaube daran wirkt.
Das läuft so ab: Du wartest darauf, dass etwas passiert. Und weil du wartest, findest du auch etwas. Der verpasste Zug wird zum Zeichen. Die Erkältung wird zum Zeichen. Der Streit mit der Schwester wird zum Zeichen. Die abgelehnte Bewerbung wird zum Beweis.
Dabei sind das alles Dinge, die jedem Menschen passieren. Nur sortiert dein Kopf sie plötzlich in eine Schublade, in der sie nicht hingehören. Du wertest alles, was schiefgelaufen ist, als Fluch, obwohl es einfach Leben ist.
Und dann passiert etwas, das ich oft beobachte: Menschen ziehen sich zurück. Sie trauen sich weniger. Sie fangen Dinge nicht mehr an, weil es ja sowieso schiefgeht. Sie gehen mit einer Grundhaltung durch den Tag, die erwartet, dass es schlecht läuft. Und damit machen sie die Sache tatsächlich wahr, nur eben nicht auf magische Weise, sondern durch ihr eigenes Zurückziehen.
Viele fühlen sich verflucht, weil sie es selbst glauben, und machen es sich damit selbst wahr.
Drittens: Die Masche mit dem Fluch
Jetzt kommt der Teil, der mich wirklich wütend macht, und den möchtest du bitte lesen, bevor du irgendwo Geld ausgibst.
Es gibt eine Masche, die immer nach demselben Muster läuft:
Du kommst aus einem völlig anderen Grund zu einem Dienstleister. Zu einer Kartenlegerin, zu einem Medium, zu jemandem, der sich Hexe nennt. Du willst eigentlich nur wissen, wie es beruflich weitergeht oder ob eine Beziehung eine Chance hat.
Und dann kommt es plötzlich. Du bist verflucht. Da liegt etwas auf dir. Jemand hat dir etwas geschickt. Aber zum Glück lässt sich das lösen.
Und dann kostet es extra. Nicht wenig. Und natürlich ist es mit einem Termin nicht getan, es braucht mehrere Sitzungen, Kerzen, Rituale, immer wieder etwas Neues. Und jedes Mal, wenn es fast geschafft scheint, kommt ein weiterer Grund dazu, warum es noch nicht reicht.
Das ist eine Falle. Sie funktioniert bei Menschen, die gerade in Sorge sind, die verletzlich sind und denen jemand Angst gemacht hat. Genau das ist der Punkt, an dem diese Angst zu Geld gemacht wird.
Woran du so etwas erkennst:
Der Fluch wird angesprochen, obwohl du gar nicht danach gefragt hast.
Es wird Druck aufgebaut und Dringlichkeit erzeugt.
Die Lösung kostet immer mehr und ist nie abgeschlossen.
Du sollst vor allem nicht mit anderen darüber sprechen.
Es wird dir gesagt, dass es schlimmer wird, wenn du jetzt aufhörst.
Wenn dir so etwas begegnet, geh. Seriöse Arbeit macht dir keine Angst und bindet dich nicht.
Viertens: "Ich verfluche dich" ist nur ein Satz
Wenn dir jemand sagt, dass er dich verflucht hat oder verfluchen wird, dann heißt das nicht, dass es wirkt. Es heißt, dass dieser Mensch dich verletzen wollte.
Das darf weh tun. Es ist eine hässliche Sache, so etwas zu hören, besonders von jemandem, der einem mal nahestand. Aber die Wirkung entsteht nicht durch seine Worte. Sie entsteht durch das, was du danach mit diesen Worten machst, wie lange du sie mit dir herumträgst und wie viel Macht du ihnen gibst.
Warum läuft trotzdem so viel schief?
Weil Leben manchmal so ist. Es gibt Phasen, in denen sich Schweres bündelt, und die fühlen sich zäh und ungerecht an. Das ist echt und das möchte ich nicht kleinreden.
Was ich in Gesprächen aber häufig sehe, sind Muster. Menschen, die immer wieder ähnliche Partner wählen. Menschen, die beruflich in denselben Konflikt laufen, weil sie ihre Grenzen nicht ziehen. Menschen, die so lange an etwas festhalten, dass ihnen die Kraft für Neues fehlt. Menschen, die sich selbst dauerhaft schlechtreden und sich dadurch klein halten.
Solche Muster sind keine Flüche. Sie sind erkennbar, und deshalb sind sie veränderbar. Ein Fluch würde dich hilflos machen. Ein Muster gibt dir etwas in die Hand.
Was du stattdessen tun kannst
Nimm die Liste auseinander. Schreib auf, was dich dazu gebracht hat zu denken, du seist verflucht. Und schau dann Punkt für Punkt: Ist das wirklich außergewöhnlich oder ist das etwas, das vielen Menschen passiert?
Schau, wann das Gefühl angefangen hat. Oft gibt es einen Auslöser. Ein Satz von jemandem, eine Aussage bei einem Reading, eine besonders harte Phase. Dieser Punkt ist wichtig, weil sich dort meistens der Knoten löst.
Sprich es aus. Dieses Thema lebt von Heimlichkeit. Solange du es allein mit dir herumträgst, wächst es. Sobald du es jemandem erzählst, der ruhig damit umgeht, schrumpft es auf seine tatsächliche Größe.
Gib niemandem Geld dafür, dich von etwas zu befreien, das dir dieselbe Person erst eingeredet hat.
Und wenn die Angst dich richtig fest im Griff hat
Es gibt einen Punkt, an dem diese Sorge nicht mehr nur ein Gedanke ist. Wenn du kaum noch schlafen kannst, wenn dich die Angst durch den ganzen Tag begleitet, wenn du dich zurückziehst oder dich bedroht fühlst, dann ist das mehr als eine Frage nach Flüchen. Dann darf dir jemand zur Seite stehen, der dafür ausgebildet ist. Das ist kein Zeichen von Schwäche, das ist der vernünftigste Schritt, den du gehen kannst.
Mein Fazit
Du bist sehr wahrscheinlich nicht verflucht. Niemand hat die Macht, dein Leben aus der Ferne auf unbestimmte Zeit zu ruinieren. Was Menschen als Fluch erleben, ist meistens eine Mischung aus einer schweren Lebensphase, aus Mustern, die man selbst noch nicht sieht, und aus Angst, die alles einfärbt.
Und manchmal ist es einfach jemand, der Geld daran verdient, dir Angst zu machen.
Nur weil vieles in deinem Leben schlecht läuft oder schiefgeht, ist das noch kein Zeichen von Verfluchung.
Melde dich gerne bei mir
Wenn du Fragen dazu hast, melde dich jederzeit bei mir. Wir schauen gemeinsam und lösen auf, was du bisher vielleicht als Fluch wahrgenommen hast.
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